Gerhart R. Baum - Kultur
 
Kultur
"Entertainment sickert überall ein" PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 01. Mai 2007 um 13:08

Über zehn Jahre nach Beendigung seiner Politikerlaufbahn ist Gerhart Baum immer noch auf vielen Ebenen aktiv, als streitbarer Rechtsanwalt ebenso wie als vehementer Fürsprecher der klassischen und zeitgenössischen Musik. Über sein persönliches Verhältnis zu ihr und Probleme ihrer heutigen Vermittlung sprach er mit Jörg Hillebrand.

 

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1. Kölner Talk-Gottesdienst am 25. Februar 2007 PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 25. Februar 2007 um 13:39

Zwei rote Sessel und ein Tisch mit Mikrofon und Wassergläsern vor dem Altar kündigten schon bildlich das neue Gottesdienstformat an, das Pfarrer Hans Mörtter an diesem Tag ausprobierte. Während die ersten Gottesdienstbesucher in die Kirche strömten, saßen der Schauspieler und Moderator Peter Clös und Gerhart Baum im Gemeinschaftsraum noch im intensiven Vorgespräch beieinander. Die Grundstimmung war gelassen und unaufgeregt, und doch lag so etwas wie gespannte Neugier in der Luft. In der Kirche spielten sich der Saxophonist Alessandro Palmitessa und unser Kantor Thomas Frerichs auf dem Klavier schon mal ein. Das Gesicht des ehemaligen Innenministers wirkt immer noch vertraut. Obwohl er kein Parlamentarier mehr ist, taucht er in den Medien immer dann auf, wenn es gilt, geplanten Gesetzen entgegenzuwirken, die zu einem Überwachungsstaat führen würden. Mit Verfassungsbeschwerden haben er und andere Engagierte mitgeholfen, uns unsere demokratische Freiheit weitgehend zu erhalten. Und er tut das auch weiterhin.

Der Grandseigneur der deutschen Politik ist heute fast 75 Jahre alt. Seine hellen und wachen Augen verraten aber schon, dass es ihm noch längst nicht an Lebendigkeit und Tatkraft gebricht. Die Besucher der Lutherkirche erlebten einen temperamentvollen und kämpferischen Demokraten. Die Moderation von Peter Clös kreiste um das Thema Menschenwürde. Baums Repliken zeigten, dass eine „geglückte“ Demokratie eine sehr gute Rahmenbedingung für Menschenwürde ist, wobei er aber in erster Linie unsere Verpflichtung gegenüber denjenigen betonte, die sich die Demokratie erst noch erstreiten müssen. In seiner abschließenden Würdigung erklärte Hans Mörtter: „Was Gerhart Baum sagt, ist ur-protestantisch und unter dem Aspekt der Menschenwürde ur-jüdisch. Protestantisch, da die Würde des Menschen unantastbar ist, weil wir nach Gottes Ebenbild geschaffen sind. Es gibt nichts – auch keine Form der Sicherheit – das das in Frage stellen darf. Der jüdische Aspekt leitet sich von der Thora ab: Es gibt Gerechtigkeit. Das ist ein feststehender Begriff. Die Übersetzung des hebräischen Wortes dafür bedeutet Gemeinschafts-gerechtigkeit. Gerechtigkeit gibt’s nur in Gemeinschaft, und das global.“

Die Kernaussagen von Gerhart Baum haben wir nachfolgend für Sie zusammengefasst.

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